08.07.11 10:57 Alter: 230 Tag(e)

Stellungnahme der BfS zur Schließung der Brauerei

VON: DR. CHRISTIAN BOCKELMANN


Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass die Schwelmer Brauerei Ende September 2011 endgültig den Betrieb einstellen wird. Uns allen wird ein Stück Schwelmer Kultur und Identifikation fehlen.

Leider können wir den Optimismus des Bürgermeisters, die Brauerei und ihren Betrieb doch noch erhalten zu können, nicht teilen. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder veröffentlicht, dass man in Verhandlungen mit potentiellen Betreibern/Investoren stehe und ein Abschluss unmittelbar bevorstünde. Es mag sein, dass man mit vielen Interessenten verhandelt hat, einen Abschluss hat man jedoch bis heute nicht erzielt.

Wir wünschen der Brauerei, den Mitarbeitern und letzten Endes allen Schwelmerinnen und Schwelmern, dass nun in so kurzer Zeit bis Ende September 2011 eine Lösung zum Fortbestand der Brauerei gefunden werden kann, können daran aber nicht wirklich glauben. Wenn tatsächlich Lösungsmöglichkeiten bestanden hätten, hätten diese in der vergangenen Zeit seit Insolvenzanmeldung auch umgesetzt werden können. Besonders pikant finden wir in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Insolvenzverwalter zuerst die „Katze aus dem Sack lässt“ und die Schließung der Brauerei für den 30. September 2011 ankündigt, sich einen Tag später in der Presse aber so zitieren lässt, dass „er davon ausgehe, dass sich in den nächsten 14 Tagen noch etwas tun werde“. Bestehen also doch noch Lösungsmöglichkeiten ? Warum wurden diese nicht vor einer Schließungsankündigung ausgelotet ? Oder sind diese Möglichkeiten erst nach Bekanntgabe der Schließung und dem Einschalten von Bürgermeister Stobbe entstanden ? Warum wurde dann der Bürgermeister nicht viel früher an der Suche nach einer Lösung beteiligt ? Das Vorgehen des Insolvenzverwalters hinterlässt bei uns nun mehr offene Fragen, als beantwortete Fragen.

Wir gehen davon aus, dass sich diese ungünstige Entwicklung des Fortbestandes der Schwelmer Brauerei bei Betreibern und Eigentümern seit längerer Zeit abgezeichnet hat und diese auch in dieser sich nun ergebenden Konsequenz bekannt war. Daher vermuten wir, dass die Eigentümer von Gebäuden und Grundstück in dieser Zeit längst Vorstellungen entwickelt haben, wie Gebäude und Grundstück nach Einstellung des Brauereibetriebes und Schließung der Brauerei genutzt werden sollen, da diese schließlich als brachliegendes Kapital unrentabel sind.

Wir befürchten, dass Gebäude und Grundstück nun zu einer kontroversen Diskussion um die Fortentwicklung dieses Standortes und um die Zukunft der Schwelmer Innenstadt als Ganzes führen werden. Ebenso befürchten wir, dass diese Diskussion einen mehr theoretischen Charakter haben wird, da der Einfluss seitens der Stadt Schwelm, der GSWS, der WGS und anderer Organisationen auf die Eigentümer begrenzt sein wird. Es ist anzunehmen, dass die Nutzungsvorstellungen der Eigentümer auf die Nutzungsvorstellungen der Stadtverwaltung, der Politik, der GSWS, der WGS und anderen Organisationen prallen wird. Der sich aus dieser Situation zwangsläufig ergebende, länger andauernde Stillstand wird weder der Innenstadt, noch der Stadt Schwelm in Gänze, noch den Eigentümern und erst recht nicht den Bürgerinnen und Bürgern Schwelms nutzen.

Die BÜRGER FÜR SCHWELM werden sich selbstverständlich sowohl einer Diskussion  über Erhaltungsmöglichkeiten aber auch über Entwicklungsmöglichkeiten stellen und die Suche nach einem Kompromiss zwischen Eigentümern und öffentlichem Interesse nach besten Kräften unterstützen.